Nonnengruft. Schätze des Alten Friedhofs.

Ausstellung vom 18.6. bis 24.7. 2021 (ursprünglich für Sommer 2020 angekündigt)
Montag bis Samstag von 12 bis 17 Uhr
Nonnengruft im Schwarzen Kloster, Rotteckring 12
zwischen Eingang zur VHS u. Café Schwarzes Kloster auf der Seite von C&A

Impressionen aus der Ausstellung von Gerhard Krieger:

Nachdem die Ausstellung pandemiebedingt um ein Jahr verschoben werden musste, ergab sich die Möglichkeit, die ursprünglich als Infoblätter konzipierten Texte von Mona Djabbarpour, Sandra Haas und Corinna Zimber in einem Katalog zu publizieren. Das Buch erscheint im Rombach Verlag und ist in der Ausstellung sowie im Buchhandel erhältlich:

 

Gesellschaft der Freunde und Förderer des Alten Friedhofs in Freiburg i.Br. e.V.

Nonnengruft. Schätze des Alten Friedhofs
Preis: € 12,00 (D)
Details: 100 S., 14,8 x 21 cm, HC, zahlr. Farbfotos
ISBN 978-3-7930-5194-7
Erscheinungsjahr: 2021

https://www.rombach-verlag.de

 

Nonnengruft. Schätze des Alten Friedhofs.

Ausstellung vom 18.6. bis 24.7. 2021 

 

Die Gesellschaft der Freunde und Förderer des Alten Friedhofs in Freiburg i.Br. e.V. veranstaltet in Zusammenarbeit mit der Adelhausenstiftung Freiburg i.Br. ab dem 18. Juni 2021 für gut fünf Wochen eine Ausstellung in der Nonnengruft unter dem Schwarzen Kloster. In der Gruft und im sogenannten Weinkeller befindet sich ein vielen Freiburgern unbekanntes Lapidarium (Steinsammlung) mit einem Kreuz vom Annaplatz und 34 originalen Grabmalen, die vom Alten Friedhof stammen und dort in den 80er-Jahren durch Kopien ersetzt wurden. Wer weiß schon, dass das Wahrzeichen des Alten Friedhofs vor Ort „nur“ eine Nachbildung ist? Caroline Walters Grabmal selbst lagert schon lange in der Nonnengruft … Wie es dazu kam, ist eine spannende Geschichte:

 

Oberbürgermeister Otto Winterer bestimmte einige Zeit nach der Schließung des Alten Friedhofs im Jahr 1872, dass der Friedhof als solcher erhalten bleibe, solange „die jetzige Generation die Grabstätte der Eltern und Großeltern besucht und ehrt“. Viele Jahre später (1914) beschloss der Stadtrat die ganze Anlage dem Konservator der städtischen Sammlungen zu unterstellen und einer Bebauung zu entziehen. Damit war ein wichtiger Schritt zum Erhalt des Ensembles getan.

 

Das britische Bombardement Freiburgs am 27. 11.1944 beschädigte manches Grabmal und demolierte das Dach der Michaelskapelle schwer. Der Kirchenbau konnte in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts wieder in Stand gesetzt werden. Für die Restaurierung der Grabmale fehlte vorerst das Geld.

 

 

Abtransport der Originale in den 80er Jahren festgehalten in Fotos von Thomas Schwarz

 

Als sich in den 70er Jahren der Zustand der Steindenkmale zusehends verschlechterte, kam die Idee auf, die wertvollsten Stücke durch Kopien zu ersetzen. „Schädliche Umwelteinflüsse, vor allem der saure Regen, hatten den Originalen stark zugesetzt“, erinnert sich der damalige Leiter des Freiburger Hoch­bauamts Hannsjost Angenendt. Unter Federführung Prof. Dr. Wolfgang Stopfels vom Amt für Denkmalpflege beauftragte das städtische Hochbauamt ab 1980 die Herstellung von Stein-Kopien im Punktier­verfahren sowie von Abgüssen in zuvor angefertigten Silikonharzformen aus Kunststein. Der Projektleiter Heinrich Reichle hebt hervor, dass so ein „Doppelgänger“ im Größenverhältnis 1 zu 1 sehr teuer war: „Er konnte gut und gerne 8.000 DM und mehr kosten.“

 

Nach einer vorübergehenden Aufstellung im Augustinermuseum bot Direktor Wolfgang Bock von der Heiliggeiststiftungsverwaltung Ende der 80er Jahre die Kellerräume des Schwarzen Klosters für die Einrichtung eines Lapidariums an. Seitdem stehen hier – von der Öffentlichkeit weithin unbemerkt - 34 Originale und ein barockes Kreuz vom Annaplatz. Der Kurator des Augustinermuseums Dr. Detlef Zinke konzipierte ihre Anordnung. Um ihren Erhalt kümmern sich die Restauratoren der Stiftungs­verwaltung, zu der die Adelhausenstiftung als Eigentümerin des Schwarzen Klosters gehört.

 

Ebenfalls in die 80er-Jahre fällt die von der Stadt beauftragte Inventarisierung der Grabmale auf dem Alten Friedhof durch Thomas Schwarz. Seine Liste umfasst immerhin noch ca. 1170 Exemplare. Die Inventarblätter sind heute ebenso wie die dazu gehörigen Fotos von Rüdiger Buhl für jedermann auf der Homepage der Fördergesellschaft (https://www.alter-friedhof-freiburg.de/inventar/) zugänglich. Im Jahr 1904 hatte der Rechtsreferendar Berthold Stoehr noch über 3480 Grabmale in seiner Auflistung von Namen und Inschriften aufgeführt. Der Zahn der Zeit hat seitdem also den Bestand (vor allem den der Holzkreuze) mehr als halbiert.

 

 

Grabmale auf dem Alten Friedhof umgeben von Prärielilien fotografiert von Gerhard Krieger

 

Um einem weiteren Verfall Einhalt zu gebieten, gründete Ingrid Kühbacher auf Initiative und mit finanzieller Hilfe des Unternehmers Paul Ege im Jahr 2000 die Gesellschaft der Freunde und Förderer des Alten Friedhofs in Freiburg e.V. Zahlreiche Mitglieder und Sponsoren wie die Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau oder die Irene-Kyncl-Stiftung ermöglichen es seitdem der Fördergesellschaft die Stadt Freiburg beim Erhalt des Alten Friedhofs und seiner Denkmale mit erheblichen Mitteln zu unterstützen.

  

Anlässlich des 20jährigen Bestehens der Fördergesellschaft sollte im Sommer 2020 die Ausstellung NONNENGRUFT.SCHÄTZE DES ALTEN FRIEDHOFS stattfinden, die auch Teil der Projekte zum Stadtjubiläum „Freiburg 2020. 900 Jahre jung“ seien sollte. Corona-bedingt musste das Ganze um ein Jahr verschoben werden. Als Mitveranstalter und Förderer unterstützt die Adelhausenstiftung die Ausstellung in großzügiger Weise, wofür an dieser Stelle der Direktorin Marianne Haardt ein herzlicher Dank ausgesprochen sei. Auch der Irene-Kyncl-Stiftung und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz sei hier für ihre finanzielle Unterstützung sehr gedankt!

 

Dr. Corinna Zimber
1. Vorsitzende der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Alten Friedhofs in Freiburg e.V.